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© JGV Stoßdorf 2006-2011

Historisches

Stoßdorf ist erstmalig in einer Urkunde vom 9. Mai 1174 erwähnt, die Kaiser Friedrich Barbarossa bei Sinzig ausstellte. Inhalt dieser Urkunde ist die Bestätigung des Markt-, Zoll- und Münzrechtes und die Begrenzung des Siegburger Burgbannes, der wie in dem Privileg Kaiser Heinrich VI. vom Jahre 1071 umschrieben ist, für die Benediktinerabtei Siegburg.
Stoßdorf ist bis zur Landnahme durch die Franken (bis 500 n. Chr.), wie an der Sieg alle alten Dörfer mit der Endung -dorf entstanden. Mondorf, Meindorf, Wolfsdorf, Buisdorf, Zissendorf, Walarichsdorf (Weldergoven), Dondorf und Eitorf sind wohl auch in diese Gründungszeit zu setzen.
Der Name Stoßdorf (1147 Stozdorp), steht in Verbindung mit dem althochdeutschen Wort stôz = Erhöhung. Das Dorf liegt auf einer hochwasserfreien Niedertrasse und von der Sieg aus gesehen auf einer leichten Erhöhung.
Die zu Pfingsten oder am 1. Mai gepflegten Bräuche sind vom Wachstumsgedanken geprägt. Die an diesen Tagen gefeierten Feste des neuerwachenden Lebens in der Natur sind in fast allen germanischen aber auch slavischen Ländern bekannt. Wahrscheinlich gehen sie auf das bei den Germanen am Frühlingsanfang gefeierten Nerthusfest zurück. Nerthus ist die von den germanischen Stämmen verehrte Erdgöttin.
Der Maibaum lässt sich auf einen germanischen Stangenkult zurückführen und hatte wohl geisterscheuchende Bedeutung. Er steht auch heute noch im Mittelpunkt des Festes und ist in ganz Nord-West-Europa bekannt. Auch in England sind die Tänze um den Maibaum heute noch sehr beliebt.
Das Wort "Paias" scheint aus dem Französischen übernommen und bedeutet soviel wie Strohmann, Vogelscheuche oder Spaßmacher, Hanswurst. Mit der Verbrennung dieses Pfingstmannes am letzten Tage des Festes sollte wohl symbolisch alle Sorge, Krankheit und Ungemach, die der Winter mit sich brachte, verbrannt werden.